Biodiversitätsmonitoring mit LandwirtInnen

Tiefblaues „Nagerl“ geht in Deckung - Der Frühlingsenzian

Blau blau blau blüht der Enzian

Wenn der Schnee schmilzt und die Wiesen und Weiden wieder freigibt, zählen die Frühlings-Enziane zu den ersten Pflanzen, die ihre Blüten zur Schau stellen. In tieferen Regionen blüht der Frühlings-Enzian bereits im März, während es in den Gipfelregionen der Berge erst etwa um die Sommersonnwende so weit ist. Doch so ganz hält er sich nicht an seinen Namen, denn in besonders warmen Jahren kommt es im Spätsommer, wenn in den Bergen viele Pflanzen schon wieder verblüht sind, zu einer Nachblüte. Aus dem Frühlings-Enzian wird sozusagen der „Spätsommer-Enzian“. Der „große Bruder“ des Frühlings-Enzians ist der Stängellose Enzian, dessen große, trichterförmige Blüten jedoch erst etwas später die Berglandschaft schmücken.

Der Rüssel ist der Schlüssel

Seine azurblaue Blüte hat fünf sternförmig ausgebreitete Blütenzipfel und ist unten zu einer Röhre verwachsen. Diese Blütenröhre erlaubt es nur Insekten mit langen Rüsseln den Nektar zu trinken. Die Weidetiere stellen für das Blümchen keine Bedrohung dar, denn der Enzian geht in Deckung. Seine Laubblattrosette ist so eng an den Boden angedrückt, dass sie kaum gefressen werden kann. Ein Rückgang der Beweidung würde dem Frühlings-Enzian sogar missfallen, denn dann wird die lichtliebende Art von höherwüchsigen Pflanzen verdrängt. Wie es für eine derart hübsche Blume wenig überraschend ist, hat der Volksmund eine große Menge an Namen für den Frühlings-Enzian parat. Oft findet man Bezeichnungen, die „Nagel“ beinhalten, was auf die nagelähnliche Form der Blüte beziehungsweise auf die Ähnlichkeit mit Nelken zurückzuführen ist. In Österreich ist der Frühlings-Enzian besonders unter dem Namen „Schusternagerl“ bekannt.
Frühlings-Enzian
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